12.07.2015

Annalinde lädt ein: Naturkosmetik-Workshop


Happy Sunday! Der folgt nach dem ebenso fröhlichen Samstag!
Wer mir auf Facebook folgt hat gestern schon mitbekommen, dass ich unterwegs war: Der Leipziger Gemeinschaftgarten Annelinde hat zum Naturkosmetik Workshop geladen. Naturkosmetik! Selbst gemacht! Das ließ ich mir nicht zweimal sagen und meldete mich sofort an.




Annalinde ist ein Gemeinschaftsprojekt von jungen Menschen, die sich mit den Themen des lokalen und ökologischen Anbaus von Lebensmitteln, der biologischen Vielfalt, des nachhaltigen Konsums, des verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen und einer zukunftsfähigen Nachbarschafts- und Stadtentwicklung auseinandersetzen.
Ihr Angebot ist sehr vielfältig und betrifft nicht nur die „Gärtnerei“ an sich. Hier könnt Ihr noch mehr darüber erfahren.


Gestern um 10Uhr ging es los. Bei allerbestem Wetter und schattigem Plätzchen mitten im Garten der Annalinde trafen sich insgesamt 11 Teilnehmerinnen. Geleitet wurde der Workshop von Charlott und Ellen. Ellen hat bereits im letzten Jahr mit einer Gruppe im kleinen Exkurs einige Produkte hergestellt, Charlott war (beinahe) genauso frisch wie wir. Aber natürlich haben die Beiden im Vorhinein schon mächtig probiert.

Ellen und Charlott
Es ging mit einer kleinen Einführung los, bei dem nochmal auf die Bedeutung solch eines Workshops und vielmehr noch dem Umgang mit handgefertigen Produkten eingegangen wurde. In einer schnelllebigen Zeit, in der vieles schnell und manches einfach nur geschieht, ist das Rückbesinnen auf traditionelle Wege nämlich manchmal nicht einfach. Schönheit ist wichtig, doch im Alltag wird oft vergessen, sich mit den Inhaltsstoffen auseinanderzusetzen – was hilft mir? was schadet mir? Und so waren die  Naturheilkräuterbücher guter Begleiter.

Auch gab es viele Tipps der Workshop-Teilnehmer untereinander: Ob Heilerde oder Ringelblume, jede Anregung war interessant und bot kleine Diskussionen.



So umringt von allerhand helfenden Kräutern, war das Ziel dieses Workshops die Herstellung von vier Naturkosmetikprodukten: ein Espresso-Lavendel-Peeling, ein Kräutershampoo nach eigenen Bedürfnissen, eine Feuchtigkeitscreme fürs Gesicht und ein Lippenbalsam.
Eins vorweg: Bis auf das Lippenbalsam sind alle Produkte vegan, was mich ausgesprochen freut. Im Lippenbalsam ist aber nur Bienenwachs enthalten, mit dem ich leben kann.



Für das Espresso-Lavendel-Peeling mahlten wir zunächst den frischen Espresso. Was für ein Duft! Neben allerhand getrockneten und kleingeschnitten Lavendelblüten, sammelten wir noch einige frische – farblich in jedem Fall ein Hingucker. Vermengt mit Zucker und mit Olivenöl angereichert, kamen wir recht schnell zum wunderbar duftendem Ergebnis.
Kaffee und Zucker sind natürlich ein mechanisches Peeling und schmiergeln sanft abgestorbene Hautschüppchen ab. Lavendel wirkt ausgleichend und beruhigend. Das enthaltene Olivenöl macht die Masse natürlich zum einen etwas klebriger, was einfacher bei der Benutzung ist. Natürlich ist es aber auch ein Fettspender, der auf der Haut einen angenehmen Film hinterlässt.
Übrigens: Abgefüllt in kleine Gläschen, ist dieses Peeling auch optisch ganz gelungen (vielleicht ein Tipp für Geschenke ;)).





Für das Kräutershampoo zückten wir noch einmal das Heilkräuterbuch. Auch gab es hilfreiche Tipps von Charlott und Ellen. Die Brennnessel als viel unterschätztes Kraut wurde etwas beworben. Ich persönlich mag die Brennnessel sehr – trinke sie gern als Tee und habe sie auch gern in Shampoos enthalten. Sie ist ein kleiner Zauberkünstler, und wirkt nicht nur entgiftend und regulierend. Eigentlich hilft sie bei fast allem ;).
Ich hatte mich zusätzlich noch für die Echte Kamille entschieden. Zum einen ist sie ebenfalls für Sensibelchen geeignet und wirkt antibakteriell. Zum anderen hatte ich schon gelesen, dass sie das Haar leicht aufhellen kann (als Blondschopf perfekt).
Nachdem sich jeder für seine Mischung entschieden hat, zogen wir also los und sammelten die Kräuter im Garten. Wirklich sehr schön zu wissen, wo die Rohstoffe herkommen.
Aus den gesammelten Kräutern kochten wir einen Kräuterauszug und mischten diesen mit einer bereits fertiggekauften milden Flüssigseife. Das Ergebnis war ziemlich flüssig, aber dennoch bin ich gespannt auf das Probieren, obwohl ich noch nicht genau weiß, was ich von der Seife halte (Tenside?!).




Nach kurzer Mittagspause, die ich zum Fotografieren und durchs-Heilkräuterbuch-blättern nutze, ging es an das „größte“ Produkt für diesen Tag: Die Gesichtstagescreme für trockene Haut. Sicherlich nicht ganz einfach, eine Creme für viele verschiedene Hauttypen auszusuchen, doch als ich die Inhaltsstoffe gesehen habe, war ich ganz glücklich mit der Wahl.
Vorab durften wir eine bereits fertige Creme mal probieren – reichhaltig, duftfrei, reizarm. Und los ging es an die Gläschen.


So wogen wir zunächst die Produkte für die Fettphase ab (und die Waage machte es uns nicht einfach ;)) und kochten diese auf. Gleichzeitig bereiteten wir die Wasserphase vor, um am Ende beide zusammenzufügen. Anschließend brauchten wir starke Arme und rührten was das Zeug hielt. Und siehe da: Auf einmal wurde aus der Vanillesauce, weiße (in der Wärme schon geschmolzene) Schokolade – zumindest was die Konsistenz anging. Noch Aloe Vera, Panthenol und Tocopherol dazu und fertig war die Tagescreme.
Ich bin nach wie vor erstaunt, wie verhältnismäßig schnell diese Herstellung ging. Die Creme ist zwar sehr reichhaltig (Sheabutter // ich weiß nicht, ob das im Sommer bei mir so passt), aber vor allem bin ich über diese übersichtliche Anzahl an Inhaltsstoffen mehr als erfreut. Für das „Nachkochen“ würde ich wohl ein anderes Öl als Olivenöl verwenden, allerdings war die Prämisse des Workshops, dass man alle Kosmetikprodukte möglichst einfach zu Hause allein zubereiten kann (guter Gedanke!). 




Doch nicht lang schnacken – das nächste Produkt wollte schließlich auch noch produziert werden. Für den Lippenbalsam mischten wir Bienenwachs (von den eigenen Bienen aus dem Annalinde Garten), Sheabutter und Kokosöl. Das Aufkochen dauerte eine Weile, das Verteilen in Töpfchen sammt abkühlen ging  – trotz praller Sonne – ziemlich schnell!
Ein Tipp kam noch aus der Teilnehmerreihe: Alten Lippenstiftrest mit untermengen und schon entsteht ein farbiger Lipbalm.




Und auf einmal waren vier Stunden rum. Die Zeit verging wie im Fluge und ich bin um einige neue Produkte, aber vor allem jede Menge Erfahrung und Tipps reicher.


Alle Produkte sind ohne Konservierungsmittel hergestellt, was bedeutet, dass sie nicht länger als 3 Wochen halten (was es evtl bei der eigenen Herstellung einer Gesichtscreme von den Mengen her etwas schwieriger macht).
Ich habe ständig was auszusetzen an meiner Gesichtspflege, weil mir vieles zu reizend ist oder mir persönlich einfach zu viele Duftstoffe enthalten sind. Doch vielleicht einfach selber machen, wäre da wohl die Divise.
Natürlich macht es in einer Gruppe mehr Spaß, Creme und Peeling herzustellen, doch warum nicht auch mal zu Hause probieren?! Gerade mit dem Hype von selbstgemachten Produkten rund um the The Glow und Co.
Fazit: Tolle Idee, liebes Annalinde-Team. Danke Charlott und Ellen für den schönen Vormittag und für die Anregungen. Ich freu mich auf’s nächste Mal ;).


Eigentlich wollte ich Euch jetzt noch eine kleine Produktreview anhängen, aber ich hebe mir das einfach für den nächsten Post auf, weil dieser Bericht schon ziemlich lang ist. Ihr könnt Euch also freuen :).  Die Produktreview aller hergestellter Produkte, findet Ihr hier.

Habt Ihr schon mal eigene Kosmetik hergestellt?
Grünste Grüße,
Euer

Kommentare:

  1. Das klingt nach einem spannenden Workshop! Ich habe auch schonmal meinen Zeh in das Selbstrühr-Wasser getunkt, bin dann aber aufgrund meiner Faulheit (bei meiner Divenhaut braucht es einen gewissen Aufwand, bis ich eine funktionierende Rezeptur finde) sowie Konservierungs-Bedenken (eine Küche ist nunmal kein Labor) bei einfachen, ohne Wasserphase hergestellten oder aber sofort zu verbrauchenden Sachen geblieben: Sheasahne, Milch-Badezusatz, frisch angerührte Haarmaske, all sowas. Beim Lesen stellte sich mir daher die Frage, wie eine selbst angerührte Creme ohne Konservierungsstoffe 3 Monate haltbar sein soll - meines Wissens nach sind Produkte ohne Konservierung ausschließlich zum sofortigen Verbrauch (max. 1 Woche) geeignet: http://www.olionatura.de/_basics/konservierung.php. Ich vermute zwar, dass mit Alkohol konserviert wurde (alles andere wäre in einem Workshop ohne entsprechenden Hinweis auf die kurze Haltbarkeit grob fahrlässig), aber wollte ich dich dennoch darauf aufmerksam machen.

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    1. Liebe Julie,
      Danke für den Hinweis! Ich hatte mich tatsächlich vertippt. Wochen nicht Monate. Aber auch die 3 Wochen wären länger als Deine verlinkte Quelle meint. Ich sollte mich also ranhalten mit der Creme ;)
      Hatte mir ohnehin schon überlegt, sie auch für den Rest des Körpers zu nutzen, da sie recht reichhaltig ist und ich im Gesicht davon im Sommer nicht viel nehmen kann (oder will).
      Wir haben natürlich mit Alkohol konserviert :)

      Grünste Grüße

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  2. Ooooh, das hat sicher jede Menge Spaß gemacht! An so einem DIY-Workshop würde ich auch zu gern mal teilnehmen. Viel Freude mit deinen selbstgerührten Produkten!

    Liebe Grüße
    Ida

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    1. Liebe Ida,
      ja es war wirklich sehr toll! Nun muss ich mich nur ranhalten mit dem Verbrauch - aber das fällt üüüüberhaupt nicht schwer ;)

      Danke schön und grünste Grüße

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  3. Ohhh, was für eine gute Idee! So einen Workshop würde ich auch gern mal mitmachen, das hört sich so interessant an! Das einzige, was ich bisher selbstgemacht habe, war Lippenpeeling aus Olivenöl und Zucker...Dann berichte mal, wie dir die selbsthergestellten Produkte bekommen sind :)

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    1. Liebe Lina,
      das ist schon mal mehr als ich ;) Ich benutze ganz gern einfachen Honig auf den Lippen - aber den schleck ich auch zu gerne ab :)
      Ich berichte! Versprochen!

      Grünste Grüße

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  4. Der Workshop hört sich wirklich toll an!
    Und ich finde auch super, dass ihr etwas "aufwendigere" Produkte wie eine Gesichtscreme hergestellt habt. Offenbar braucht man aber dafür doch gar nicht so lange wie man vermuten würde (: . Ich mag DIYs ja auch sehr gern und setze mich demnächst mal an mein Meersalz-Aloe-Gesichtswasser (: .
    Vielen Dank für die schönen Anregungungen und liebe Grüße.

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    1. Liebe Theresa,
      Dein DIY-Plan klingt toll. Du musst dann unbedingt berichten ;)

      Nach einer Weile testen, waren die Produkte relativ ernüchtern. Vielleicht ist es nochmal was anderes, wenn man einige Wirkstoffe mehr benutzt und einen hygienischeren Raum zur Verfügung hat. Daher werde ich nochmal an einem anderen Workshop teilnehmen ;)
      Ich freue mich schon.

      Grünste Grüße

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  5. Super Workshop! Ich habe noch keine Kosmetikprodukte selber gemacht, weil ich eine selbstgemachte Gesichtscreme leider nicht in drei Wochen leer bekomme. Danke fürs Folgen via Bloglovin, ich bin auch eine neue Followerin von dir ;-).
    Liebe Grüße
    Nancy :)

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    1. Hallo Nancy,
      Hallo Folgerin :D

      Ja, das mit der Gesichtscreme stellt sich auch als nicht ganz so einfach heraus und mittlerweile nehme ich sie als Körpercreme. Ich glaube, Sheabutter und ich sind im Sommer nicht die besten Freunde :)

      Grünste Grüße

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