28.08.2015

Dieses „Offline ertappt“-Gefühl

 Foto: CCO Ines Perković


Ich blogge über Schminke. Mein Blog ist mein Wohlfühlbereich, hier umgebe ich mich mit schönen Dingen. Weg vom Alltag. 
Vielleicht wirkt das oberflächlich, dass ist okay. Das ist ein Teil von mir – online, öffentlich.

Heute war ich in einem kleinen Lädchen in Leipzigs Süden und habe mich ganz offline „ertappt“ gefühlt. Wie sei ich denn auf den auf den Laden aufmerksam geworden – „Durch Bloggerkolleginnen.“ (nennt man sich überhaupt so?!) – „Ach Kolleginnen.“ – „Ja, ich hab auch ein kleines Blog.“ und mir nichts dir nichts, redete ich mich um Kopf um Kragen. Wer ich bin, was ich mache. Zu redselig, immer wieder erwische ich mich dabei.


Schnell wurde in mein Beautyprofil geschaut ... während ich daneben stand ... und mich über Lip Blushes ausgefragt oder was ein Concealer ist.
Ja, mit so einem Quatsch beschäftige ich mich. Aber auch noch mit vielem anderen. Doch ich habe mich zusehenst ertappt gefühlt – oberflächlich, nur Schminki im Kopf. Und stehe hier im Laden um neues Zeug zu kaufen.
Es wurde weiter gefragt, Tipps gegeben (Tipps in Ehren, aber die würde ich so nie unterschreiben – soviel Erfahrung hab ich dann doch) und die Situation wurde mir tatsächlich unangenehm.
Im Nachhinein hab ich mich einfach geärgert, habe mich verarscht gefühlt und überrumpelt. Hatte ich einfach einen schlechten Tag oder war der Gesprächspartner wirklich im „Stenkermodus“? 

Bisher habe ich diese zwei Welten für mich getrennt – einzig bei Bloggertreffen vermischt sich das.
Ich erinnere mich noch an meinen ersten Leipziger Kaffeeklatsch. Das Herz schlug bis hoch zum Hals, so laut, dass es alle hätten hören müssen. Ich war froh und erleichtert, dass ich mit Natalie wenigstens einen Menschen aus meiner Offline-Welt schon kannte. Und ich traf bei besagtem Blogger-Treffen auf wundervolle, starke Frauen, die diese Situation scheinbar einfach so mit links und 40 Grad Fieber nahmen.
Offen auf Menschen zugehen, stolz auf Ihre Blogs sind, was zu erzählen haben.

Und an dieser Stelle merke ich, wie sehr ich noch Frischfleisch bin. Wie sehr ich meine Offline- und Onlinewelt dann doch irgendwie trenne. Und wie fahrig ich werde, wenn ich in unkontrollierte Situationen einfach reingeschubst werde.

Ihr erfahrenen Blogger da draußen: Ändert sich das irgendwann? Geht man irgendwann souveräner mit seinem Online-Ich um? Oder muss das angeboren sein?


Grünste Grüße,
Euer

Kommentare:

  1. Interessanter Post!
    Ich bin ja auch noch relativer Blogger-Neuling und kann nicht wirklich mitreden, da ich noch nicht das Vergnügen hatte, irgendwelche Bloggerkolleginnen offline kennenzulernen, was sich hoffentlich bald mal ändert.
    Aber ich kann mir vorstellen, was für ein seltsames Gefühl das sein muss. Hätte ich in Deiner Haut gesteckt, wäre ich anfangs bestimmt auch verunsichert gewesen und alles andere als souverän.
    Freunde von mir wissen natürlich von meinem Blog, und ich bin mir sicher, sie wissen, dass ich mich auch mit anderen Dingen beschäftige und mehr Facetten als das Interesse an Beauty vorzuweisen habe.
    Ich finde, Du hast das schon total schön geschrieben: Schöne Dinge, weg vom Alltag, etc. Das ist halt ein Aspekt. Andere zeigt man den Menschen, die man sympathisch findet. Zum Beispiel bei Bloggertreffen! :-)

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    1. Liebe Meike,
      ja genau so ist es. Die Vielfalt bringt ja jeder mit und einen Teil zeigen wir Online.
      Ich war einfach sehr perplex in der Situation, weil einfach auch der Ton die Musik macht. Und den empfand ich einfach als so semifreundlich.
      Ansonsten sind Bloggertreffen eigentlich ziemlich toll! Ich war bisher "nur" zweimal bei unserem Leipziger Kaffeklatsch, bei dem alle Leipziger Bloggerinnen eingeladen sind. Wir kommen aus ganz unterschiedlichen bereichen: Word- und Gedankenakrobatik, Schminki, Fashion, Essen. Beim zweiten Mal war ich kaum noch aufgeregt und habe mich riesig gefreut, die Mädels wieder zusehen. Dazu kommt man im Alltag einfach nicht.

      Danke für Deinen Kommentar und grünste Grüße

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  2. Bei mir wohl nicht. Ich blogge zwar nun schon ein Weilchen, aber Deinen Post kann ich noch immer total nachvollziehen! Bei mir sind online- und offline Welt auch getrennt. Es hat wirklich lange gedauert bis ich es zumindest mal meinem Freund und meiner Mama erzählt habe, aber ansonsten halte ich mich da sehr bedeckt. Im Urlaub eröffnete er seiner Family, dass ich jetzt auch blogge und ich fühlte mich wie ein ertapptes Kaninchen. Schockstarre! Gestern fragte ich mich eine Freundin, ob ich bei Instagram sei und was ich da so poste. Da musste ich direkt überlegen, wie ich es vermeide meinen Account-Namen zu nennen, weil ich die Social Media Accounts ja auch für den Blog benutze. Ich weiß nicht mal warum das so ist; ich schäme mich ja nicht für den Blog oder mein Interesse an Kosmetik! Vielleicht liegt es daran, dass ich schon zu Schul- und Studienzeiten nie habe jmd meine Arbeiten Korrekturlesen lassen; ich fand's immer unangenehm, wenn jemand das tat. Ist ja absolut ironisch, ich weiß ja, dass es Menschen da draußen gibt, die lesen was ich schreibe. Aber im Blog-Kontext, also bei Menschen, die mich über den Blog kennen, finde ich es nicht schlimm. Als ich z.B. bei Amazingy war, wurde ich auch nach meinem Blog gefragt und der sich angeguckt, das fand ich nicht unangenehm.
    Vielleicht habe ich auch einfach den Absprung verpasst: anfangs dachte ich mir, ich mache das erst öffentlich, wenn mein Blog mal mehr als 3 Leser hat, jetzt hat er das und ich habe den Eindruck, dass es irgendwie zu spät ist.^^

    Bloggerkolleginnen nenne ich übrigens auch Bloggerkolleginnen ;)

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    1. Liebe Sandra,
      toll zu hören, dass es anderen (vor allem die auch schon länger dabei sind ;)) auch so geht! Das beruhigt.
      Und ich glaube ganz ehrlich, dass es vl etwas mit Schüchternheit oder diesem Unbehagen zu tun hat.
      Wenn ich einen Artikel tippe, darf mir mein Freund auch nicht über die Schulter gucken. Wenn er aber danach mal drauf schaut, ist das okay und sogar gut. Denn er unterstützt mich dabei.

      Und ja, ich kann das gut nachvollziehen: Ich schäme mich nicht für meinen Blog. Wir haben uns ja auch was erarbeitet und sind dran. Das würden wir ja nicht machen, wenn wir einfach nur einen "Zeitvertreib" benötigen ;)
      Einige in meiner Umgebung wissen auch von meinem Blog und vor denen habe ich gar kein Problem oder keine Scham. Aber die kennen mich eben auch.
      Die Situation war einfach seltsam und irgendwie unpassend.

      Danke für Deine Worte und grünste Grüße

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    2. Oh ja, das ist sicher auch von der Persönlichkeit abhängig! Ich bin von Natur auch eher schüchtern und sehr introvertiert und vermutlich halte ich mich deshalb da auch eher bedeckt.
      Tatsächlich leidet mein Freund inzwischen mit; der darf sich jetztimmer alles rund um den Blog anhören *lach

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  3. Schöner Beitrag! Mein Mann weiß von meinem Blog und blöderweise ist ihm das an Weihnachten vor meiner Familie rausgerutscht. Einzig meine Mama hat das so richtig mitbekommen und mich ein paar Mal nach der URL gefragt. Ich habe sie ihr aber nicht gegeben. Eigentlich ist das ja totaler Quatsch. Aber ich möchte das halt nicht so gerne. Ein paar Freundinnen wissen von meinem Hobby aber das war`s auch schon. Würde das mein ganzes Umfeld wissen wäre es mir auch irgendwie unangenehm. Es freut mich zu lesen, dass ich damit nicht alleine bin :-)
    Aus diesem Grund würde ich mich sehr freuen die lieben Bloggerkolleginnen mal persönlich kennen zu lernen. Man kann ohne Scheu fachsimplen und ohne Zwang über sein Hobby sprechen.
    Liebe Grüße

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    1. Das ist dann wirklich toll! Ich habe das Glück, dass ich Mexicolita, Jenny/Pretty Green Woman und Ida/Herbs & Flowers in der Umgebung habe; es ist so schön, die Kolleginnen zu treffen und mal ganz ungehemmt fachsimpeln zu können!

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    2. Liebe Nicole,
      wie beruhigend das zu lesen.
      Ich habe ja meist so ein Bild von uns Beautybloggern im Kopf – supersouverän, tough bis zum letzten Bisschen, immer perfekt gestyled usw (so in etwa hat es ja auch Erbse z.Z. auf dem Blog) xD. Aber wir sind ja auch "nur" Menschen ;)

      Ich würde mich auch freuen, gerade die NK-Bloggerinnen mal kennenzulernen. Vielleicht schaffen wir das alle ja mal :)

      Danke für Deinen Kommentar und grünste Grüße

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  4. Hey :D

    Ich kann jetzt natürlich nur von mir sprechen, aber obwohl ich schon so viele Jahre blogge, gibt es auch bei mir immer noch Situationen, wo mir es irgendwie unangenehm ist, wenn Fremde davon erfahren.
    Letztens beim Steuerberater zum Beispiel wurde ich von ihm nach meiner URL gefragt. Er hat zum Glück super positiv reagiert, aber ich verließ ihn mit dem Wissen, dass er sicher die kommenden Tage auf meinem Blog unterwegs sein wird. ;D Ein seltsames Gefühl, wenn Internetwelt plötzlich mit Offline-Welt verschmilzt.
    Manchmal sprechen mich auch Leser*innen auf der Straße an. Und das überfordert mich dann richtig, weil diese Leute ja irgendwie im Vorteil sind. Sie wissen was über mich, ich aber nichts über sie. Keine Ahnung wie man cool reagieren soll in so einem Moment. Ich stammel mir jedes Mal einen ab. ^^ Ist sicherlich eine Typ-Frage... ich bin halt eher schüchtern.

    Trotzdem glaube ich, dass man sich besser an solche Situationen gewöhnt mit der Zeit. Vor Allem muss man sich vielleicht selbst immer wieder deutlich machen, dass es nicht peinlich ist, was wir hier tun. :)
    Und der Austausch mit anderen Blogger*innen hilft da sehr, finde ich. Bei mir wohnt leider Niemand um die Ecke, aber wenn dann doch mal irgendein Event ist, wo man sich trifft, genieße ich das sehr. Bestimmt wird es bei dir irgendwann ähnlich sein.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,
    Erbse

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    1. Liebe Erbse,

      wie gut ich das dir das nachfühlen kann, sich auf der Straße überrumpelt zu fühlen. Denn sie haben ja wirklich einen klaren Vorteil. Ist dir das schon oft passiert?
      Ich habe ganz am Anfang irgendwie eine kleine "Paranoia" geschoben (auf jeden Fall total übertrieben) und habe dann beschlossen, mich einfach nicht "ganz" zu zeigen.
      Natürlich hängt das auch mit einer Schüchternheit zusammen. Wenn ich aber erstmal mit Menschen warm geworden bin, verfliegt die ganz schnell (zum Glück).

      Ich hatte am Freitag eine ganz andere Begegnung – auf einer Feier kam mein Blog (schon) wieder zur Sprache und mein Gegenüber meinte, dass ich darauf stolz sein kann. Ganz ohne wenn und aber.
      Und ja, du hast recht: Wir müssen uns nicht schämen und es ist absolut nicht peinlich!

      Ich freue mich, wenn ich Euch alle mal irgendwann kennenlerne :) Vielleicht klappt das ja mal!

      Danke für Deine lieben Worte und grünste Grüße

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  5. Hach das ist so eine Sache...in meinem Umfeld wissen es schon einige Leute, meine Familie halt. Ansonsten weiß es nur eine Freundin, aber mit ihr kann ich darüber auch nicht so wirklich sprechen, weil sie keine Naturkosmetik-Nutzerin ist. Es war toll als ich letztens die Ahnungslose Wissende und zwei weitere liebe Instagramerinnen treffen konnte (: . Das war auch mein erstes Offline-Treffen und ich war unglaublich aufgeregt...natürlich haben sich alle als lieb und nett herausgestellt x) ...es ist toll, wenn man Leute trifft, die das eigene Hobby teilen! Für mich ist das auch das Beste am Bloggen: endlich Gleichgesinnte kennenlernen, "fachsimpeln", sich austauschen...
    Belächelt werde ich zwar auch ab und an mal, aber ich muss sagen, dass die meisten einfach neugierig sind und einmal auf dem Blog vorbeischauen und dann eigentlich nie wieder. Ich hänge das Bloggen aber auch nicht an die große Glocke, aber meine Mutter und Omi lesen ja beispielsweise regelmäßig bei mir mit (: . Die finden das auch alles sehr interessant x) . Neuen Bekanntschaften erzähle ich das aber auch nicht.
    Wir sollten doch unbedingt mal ein Bloggerinnen-Treff veranstalten (: ..ich würde dich und natürlich Nicole, Sandra, Erbse, Meike und all die anderen lieben Bloggerkolleginnen (ja, ich nenne sie auch so ^^ ) wirklich gern kennenlernen...das macht süchtig, nachdem ich auf dem alverde Event schon Melanie und Martina kennenlernen konnte! Ich finde wir sind eine tolle Community! Liebe Grüße.

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    1. Liebe Theresa,
      es ist beruhigend zu hören, dass andere ein ähnliches Gefühl und ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Es gibt schon einige Menschen, die wissen, was ich mache und die finden das auch gut.

      Du hast vollkommen recht, dass wir Blogger unter uns es schon echt gut miteinander haben ;) Das Fachgesimple und gegenseitig angestecke :D
      Ich würde Euch auch alle gern mal treffen und richtig kennenlernen. Das ist bestimmt echt toll.
      Weißt Du schon, ob Du nächstes Jahr zu Vivaness fährst?

      Denke für Deinen Kommentar und grünste Grüße

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    2. Mhh...ich weiß noch nicht recht. Prinzipiell würde mir das schon gefallen, aber ich muss sehen wie das finanziell und auch zeitlich hinhaut.
      Melanie von Nixenhaar hat mir außerdem erzählt, dass man möglichst alle Tage hingehen sollte, weil es einfach sooo viel ist. Möchtest du hin?
      Liebe Grüße.

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  6. Liebe Kathleen,
    bei mir war es bisher immer umgekehrt. Bei mir weiß mein ganzes Umfeld Bescheid. Aber bisher habe ich mich nie getraut, mich bei Blogger-Kolleginnen zu "outen". Ich dachte immer, mein Blog wäre (noch) nicht perfekt genug. Dein Post hat mir Mut gemacht. Ich danke dir dafür. Ein Blog wächst wohl auch mit seinem Autor und deinen lese ich sehr sehr gerne. Ich finde auch das Thema Schminke überhaupt nicht oberflächlich. Für mich macht es das Leben noch schöner, wenn ich mich wohl fühle. Und Kosmetik ist dabei sehr hilfreich...
    Danke für deinen tollen Blog.
    Alles Liebe,
    Susanne

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